Mittwoch, 23. August 2017

Rezension | Mord in der Mangle Street

Autor: M. R. C. Kasasian
Band: 1 von bisher 2
Seitenzahl: 398
Verlag: Atlantik
ISBN: 978-3-455-00211-9
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Erster Satz:
Vor sechzig Jahren begegnete ich Sidney Grice zum ersten Mal.

Klappentext:
London 1882. Nach dem Tod ihres Vaters begibt sich die junge March Middleton in die Obhut ihres Patenonkels: Sidney Grice, Englands berühmtester Detektiv, der vor einem neuen Rätsel steht. Eine Frau ist brutal ermordet worden, der einzige Verdächtige ist ihr Ehemann. Mit jeder neuen Wendung des Falls ist Sidney stärker von der Schuld des Ehemanns überzeugt und March von seiner Unschuld. In die dunkelsten Ecken des East End führen die Ermittlungen die junge Frau mit dem Faible für Gin und den bärbeißigen Spötter mit dem Glasauge. Wer von ihnen wird wohl recht behalten?

Meine Meinung:
Ich liebe Bücher, die in London spielen. Ganz besonders, wenn sie im 19. Jahrhundert angesiedelt sind und in Richtung Krimi bzw. Detektivroman gehen.
Das Buch ließ sich wunderbar lesen und ich mochte den unterschwelligen Humor sehr. Mich hat die Geschichte zwar etwas zu sehr an Sherlock Holmes erinnert (besonders Sidney Grice, der einfach genau so aussieht wie der berühmte Detektiv), aber das war jetzt nicht extrem störend. Ich mag Sherlock Holmes ja auch.

Die Charaktere blieben etwas blass, da sie für mich nicht wirklich rund waren. Sie hatten ihre Rollen und sind diesen treu geblieben, allerdings fehlte mir bei ihnen die Tiefe.
Der Fokus des Buches lag eindeutig auf dem Fall und nicht auf den Charakteren oder ähnlichem, was an sich nicht so tragisch ist. Ich war mir zu Beginn absolut sicher, dass ich weiß, wer der Mörder ist, allerdings habe ich mich dann während des Lesens von meiner Theorie verabschiedet... Und dann war sie doch richtig. Der Fall war auf sehr verstrickt!
Was ich an Sidney Grice nicht mochte war, dass er als Person nicht so viel Sinn für mich gemacht hat. Er ist auf seine Bezahlung aus und will den richtigen an den Galgen bringen, allerdings ist er auch nicht dazu in der Lage, Fehler einzugestehen oder auch nur daran zu denken, dass er womöglich falsch liegen könnte. Sein Wesen hat sich mir nicht ganz erklärt. Leider.
March, die Protagonistin, war mir auch nicht sehr sympathisch. Sie ist sehr vorlaut und lässt sich nichts sagen, was ja an sich in Ordnung ist, aber ich fand sie ab und zu etwas übertrieben. Was ich auch nicht ganz nachvollziehen konnte war, dass sie so mühelos in alles hineingerutscht ist und mehr als nur ein Naturtalent im Ermitteln ist.
Insgesamt habe ich mich an einigen Aspekten des Buches gestoßen, aber trotzdem hat es mir sehr gefallen! Ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und es war sehr kurzweilig wie interessant.

"Persönlicher Ermittler", sagte Sidney Grice. "Schlafzimmer sind privat. Ich bin persönlich." (Seite 51)

Schreibstil:
Der Schreibstil passte wunderbar in die Zeit, in der der Roman spielt und ließ sich zudem sehr gut lesen. Die 1. Person hat hier auch gepasst, wobei es vermutlich keinen allzu großen Unterschied gemacht hätte, wenn es in der 3. Person geschrieben worden wäre. Dennoch mochte ich den Schreibstil, weil er sich so flüssig hat lesen lassen und weil er auch wunderbar zu der Geschichte passte.

Cover:
Das Cover gefällt mir nicht ganz so gut, was daran liegen könnte, das ich die Farbe Rot nicht so gerne mag. Ich mag es nicht so gerne, wenn die Farben so reduziert sind und es nur reine Farben gibt. Dennoch passt es zum Inhalt und war der Grund dafür, dass mir das Buch überhaupt erst aufgefallen ist.

Bewertung:
Trotz einiger Kritikpunkte gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen, weil es sehr unterhaltsam war und sich einfach gut lesen ließ.




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