Freitag, 17. November 2017

Rezension | Raubzug des Phoenix

Ich finde es schön, dass sich die Natur ihren Lebensraum zurückholt, den ihr die Menschen genommen haben. Das erweckt in mir ein unerklärliches Gefühl der Genugtuung. Als sei es nicht rechtens gewesen, dass sich die Menschen der Natur bedienten, als gehöre sie ihnen. - Raubzug des Phönix
Klappentext:
„Wenn der Mensch überleben will, geht er über Leichen. Er ist ein Raubtier. Nichts weiter als ein gefährliches, mordendes Raubtier. Egoistisch. Skrupellos. Unmoralisch.
Ich dachte immer meine Familie wäre anders. Ich habe mich geirrt.“

Als durch den nahenden Fiebertod ihrer Mutter das Vertrauen in ihre Familie zerbricht, begibt sich Hayden entschlossen auf die Reise zur Stadt, in der die berüchtigten Plünderungen stattfinden. Denn ausgerechnet ihr Cousin und bester Freund Yisle soll an der bevorstehenden Raubnacht teilnehmen – und jeder Siedler weiß, dass nicht alle Plünderer überleben.

Um Yisle nicht zu verlieren, folgt Hayden ihm heimlich in die Wälder fernab der Siedlung, wo ungeahnte Gefahren auf sie lauern und nur eine Gewissheit zulassen: Dieser Raubzug könnte ihr letzter sein, denn die gefährlichste aller Lügen ist das Schweigen.

VIER Nächte.
DREI Städte.
ZWEI Milliarden Menschen.
EIN Ziel: Überleben.

Meine Meinung:
Ich habe den Raubzug bestritten. Ich habe Lügen entdeckt und nach der Wahrheit gesucht. Ich habe Freunde und unerwartete Hilfe gefunden, doch die Wahrheit liegt noch immer im Nebel verborgen. Ein Abenteuer ist überstanden, doch es wartet noch etwas viel Größeres auf mich.
Wow, Leute! Ich habe vor kurzem den Phoenix gelesen und das Buch war der Hammer! Ich mochte den Schreibstil sehr und vor allem auch Hayden, die Protagonistin des Romans. Sie ist etwas schwierig, aber ich liebe sie dafür. Sie ist naiv, aber nicht nervig-naiv. Auf ihre eigene Art und Weise ist sie sehr mutig und besitzt eine große Portion Durchhaltevermögen.
Ihre Familie hat mich zu Beginn echt fertig gemacht. All die Geheimnisse und Halbwahrheiten! Oder doch nur Lügen? Und dann diese Regeln. Himmel, ich verstehe, warum Hayden aufbricht, um nach der Wahrheit zu suchen!

Der Raubzug und all die Hintergründe, die man im ersten Band erfährt, sind beängstigend und haben mich dazu gebracht, sehr viele unschöne Theorien zu spinnen. Ich MUSS den zweiten Band endlich lesen, das halte ich so nicht mehr lange aus!
Die Stadt ist gefährlich, die Motive der Städter undurchschaubar. Menschlichkeit sucht man vergebens. Dass dennoch so viele Siedler aufbrechen, um die von der Stadt erlaubte Raubnacht zu bestreiten, irritiert und lässt einen viele Überlegungen anstellen. Ist es die Gefahr wert? Und was treibt die Stadt dazu, diese Raubnächte zu veranstalten?
Ein Geflecht aus Lügen.
Und zu meinem Leidwesen habe ich nicht so viele Antworten bekommen, dass ich das Buch beruhigt zuklappen konnte. Ich mache mir noch Gedanken darüber und fiebere dem nächsten band entgegen!
Zum Schreibstil möchte ich noch eben anmerken, dass er mich positiv überrascht hat. 1. Person Präsens ist in meinen Genres nicht sehr üblich, aber hier mochte ich das total gerne. Die Barriere wischen Geschichte und Leser fällt fast vollständig und so stürzt der Leser förmlich in den Roman. Hayden ist außerdem eine sehr unterhaltsame Protagonistin. Durch die Ich-Perspektive bekommt man erst so richtig mit, was in ihrem Kopf abläuft und dass das nicht immer ganz logisch ist. Sie ist noch sehr jung und belügt sich gelegentlich selbst. Das ist menschlich und deshalb mochte ich es sehr, sie auf ihrem Raubzug zu begleiten.


Infos:

Autor: Dirk B. Granzow
band: 1 von 3
Seitenzahl: 385
Verlag: Drachenmond Verlag
ISBN: 978-3-95991-430-7


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